Brandschutz
Gefahrenquelle Rauch:
80 Prozent aller Brandopfer verbrennen nicht - sie ersticken an dem entstehenden giftigen Brandrauch. Diese traurige Erkenntnis gilt für Brände in privaten Wohnungen ebenso wie für Katastrophen großen Ausmaßes, z. B. im Düsseldorfer Flughafen 1996, wo 17 Menschen einer Rauchvergiftung erlagen.

Der Rauch ist bei einem Brand das größte Problem für die Menschen im Gebäude und für die Feuerwehr. Die Folgen sind dramatisch: Innerhalb von weniger als drei Minuten sinkt durch den entstehenden Rauch die Sichtweite so weit ab, dass betroffene Personen die Orientierung verlieren und sich nicht mehr in Sicherheit bringen können. Erschwerend kommt die hohe Kohlenmonoxid-Konzentration hinzu. Diese steigt im Laufe des Brandes sprunghaft an und führt von Kopfschmerzen über zunehmende Vergiftungen und Bewusstlosigkeit bis zum Tod.
Verhalten im Brandfall:
Die wichtigste Regel: Kühlen Kopf bewahren!
Ob im Hotel, Einkaufszentrum, Flughafen oder bei Ihnen daheim: Wenn es brennt, kommt es auf schnelle Reaktionen und die richtigen Schritte im richtigen Augenblick an, weil oft nur wenige Minuten zur Verfügung stehen, bevor Rauch oder Flammen den Weg abschneiden.
Die Goldenen Regeln:
-
Fliehen Sie in einem mehrstöckigen Gebäude in der Regel immer nach unten!
- Halten Sie sich stets am Treppengeländer fest, denn Menschen in Panik nehmen keine Rücksicht auf andere!
- Benutzen Sie unter keinen Umständen Aufzüge: Diese werden zur tödlichen Falle, wenn sie sich mit Rauch füllen oder nach einem Stromausfall stecken bleiben!
- Reißen Sie Türen niemals hektisch auf, sondern öffnen Sie sie vorsichtig und ziehen sie gleich wieder zu, falls sich dahinter schon eine dichte Rauchschicht gebildet hat!
- Wenn Sie den Raum, in dem Sie sich befinden, nicht mehr verlassen können, dichten Sie die Ritzen und Spalten an der Tür mit nassen Laken oder Handtüchern ab, um ein Eindringen des Rauchs zu verhindern!
- Hängen Sie große Laken zum Fenster hinaus, um zu signalisieren, wo noch Menschen auf Hilfe warten!
Gefährliche Mythen:
- "Wenn es brennt hab ich noch mehr als 10 Minuten Zeit um die Wohnung zu verlassen"
-->FALSCH !! Wie oben schon erwähnt, reichen oft 3 Minuten für eine Rauchvergiftung.
- "Mein Nachbar oder mein Haustier werden mich schon rechtzeitig alarmieren"
--> Gefährliche Fehleinschätzung, wenn man nur 2-3 Minuten zeit hat - besonders Nachts, wenn Ihr Nachbar schläft.
- "Wer aufpasst ist vor Brandgefahr sicher"
--> Stimmt nicht. Elektrische Defekte sind häufige Brandursache. Auch Brandstiftung im Keller oder Hausflur sowie Brand in der Nachbarwohnung gefährden Sie ganz unverschuldet.
- "Steinhäuser brennen nicht"
--> Das brauchen Sie auch nicht! Schon Gardinen, Tapeten oder ca. 100g Schaumstoff in Ihrem Sofa sind ausreichen für eine Rauchvergiftung.
- "Rauchmelder sind zu teuer"
--> Ein Rauchmelder verhindert täglich 2 Brandopfer. Wieviel ist Ihnen Ihr Leben wert?
Mehr zum Thema Rauchmelder gibts hier
Tipps zur Vorbeugung:
Vorher einprägen:
- Prägen Sie sich die Notrufnummer 112 der Feuerwher ein
- Überprüfen Sie regelmässig Ihre Feuerlöscher
Informieren Sie sich:
- wo sich das nächste Telefon oder die nächste Telefonzelle befindet
- über vorhandene Feuerlöscheinrichtungen
- über den nächstgelegenen Rettungsweg
- wo befindet sich der nächste Handfeuerlöscher oder Wandhydrant
Achten Sie darauf,
- dass Flure und Treppenhäuser stets frei von brennbaren und/oder sperrigen Gegenständen, wie Fahrräder, Pappkartons, Möbel, Farben, Kraftstoffen oder ähnlichem sind.
- dass Türen die Rettungsweg sind ständig geschlossen, aber nicht verschlossen sind.
- dass Sie Ihr Auto nicht auf Hydranten oder in Feuerwehrzufahrten parken